Unternehmensstrategie: Unsere Heimat liegt in Deuz

Umfangreiche Investitionen am Standort

Wenn man in der letzten Zeit Politikern zugehört hat, dann wurde bei Unternehmern, die im Rahmen der Globalisierung auch Auslandsstandorte ins Spiel brachten, um das Gesamtunternehmen am Leben zu erhalten, von "vaterlandslosen Gesellen" gesprochen.

Nur beantwortet keiner dieser Mandatsträger, wie patriotisch ein Unternehmen(r) sein muss, um nicht derart vereinfacht und unqualifiziert beschimpft zu werden. Und das gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass die Politik seit Jahren alles tut, um vernünftigem Wirtschaften der Unternehmen Stück für Stück den Boden zu entziehen.

Auch uns trifft das als global agierendes und damit global mit anderen Unternehmen im Wettbewerb stehendes Unternehmen mit voller Härte. Wir haben die höchsten Arbeits- und Sozialkosten der Welt, wir sind einem wachstumsverhindernden Arbeitsrecht ausgesetzt, das durch seine Inflexibilität den notwendigen Bewegungsspielraum auf Null reduziert, wobei von der Politik eine grundlegende Besserung nicht zu erwarten ist.

Bild Giesserei Werk 2

Im Gegenteil werden bei notwendigen Bauvorhaben bürokratische Schranken bis hin zur Klassifizierung seltener Gräser an den Ufern der Sieg und zu eventuellen Störungen für das heimische Braunkehlchen aufgebaut.

Trotz all dieser Hürden haben wir uns entschlossen, hier an unserem ureigenen Standort weiter zu investieren, wobei Schwerpunkte der Einstieg in die Produktion geschleuderter Grobblech- und Vorgerüstwalzen (40-75 Tonnen) sowie der weitere Ausbau der Warmbreitbandwalzenfertigung sind.

Die Investitionen sollen in folgenden Schritten ablaufen und bis Ende 2006 abgeschlossen sein:

  1. Verlagerung des Formgusses in eine neue Halle mit Kapazitätserweiterung und Fertigungsoptimierung
  2. Erweiterung einer Gießhalle mit Kranbahnverlängerung
  3. Anschaffung einer Walzenputzmaschine
  4. Bau einer Schleuderanlage für ein zu schleuderndes Gesamtgewicht bis 100 Tonnen 
  5. Anschaffung je eines Glüh- und Kokillenanwärmofens 
  6. Anschaffung eines Fräswerks.

Bereits aus der Aufzählung kann man ersehen, dass es sich bei diesen Investitionen um einen sehr großen "Schluck aus der Pulle" handelt, der entsprechend finanziert und wieder verdient werden muss.

Damit ist eine zukunftsweisende Entscheidung für den Standort Deutschland und im Speziellen den Standort Siegerland gefallen. Das ist uns im Rahmen des hiesigen Kostendrucks nicht leicht gefallen, weil unsere erste Verantwortung dem Unternehmen gilt, einem Unternehmen, das Gewinne machen muss, um zukunftsfähig zu bleiben. Das heißt, wir sind keine Anstalt um der Beschäftigung Willen, vielmehr muss die Beschäftigung dazu führen, dass wir am Markt konkurrenzfähig bleiben.

Wir müssen uns deswegen der Situation stellen, dass Arbeit, Sozialabgaben, Steuern und Energie in anderen Ländern günstiger einzukaufen sind. Diesem Wettbewerb muss sich - nicht nur - aber auch die Arbeitnehmerschaft stellen, damit hier vor Ort die Lichter nicht ausgehen. Die langfristige Sicherung des Standorts muss uns dabei wichtiger sein als die rigorose Durchsetzung von Einzelinteressen.

Wenn wir es schaffen, Kostenführer zu werden und zu bleiben, ohne qualitativ abzufallen, wird der Standort auch in Zukunft Bestand haben und noch unseren Kindern Arbeit geben.

Dazu benötigt ein Unternehmen neben vielen anderen Faktoren vor allem auch eine engagierte und motivierte Leistung aller seiner Mitarbeiter.

Ein Unternehmen wird seinen Platz in der Welt nicht erobern und behaupten können, wenn hier in Deutschland nicht der Wille und die Herzen aller Mitarbeiter dahinter stehen. Wenn wir das schaffen und erhalten, können wir auch in Zukunft alle zusammen sagen:

Unsere Heimat liegt und bleibt in Deuz!
Glück auf!

Rainer W. Schneider

 


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