Blick in die Abteilungen: Metallurgie - Labor und Qualitätsstelle

Dynamische Kernkompetenz und kritische Kontrollinstanz zugleich

In den 10 Mitarbeitern unserer metallurgischen Abteilung schlagen eigentlich zwei Herzen: das eines innovativen Entwicklers, der gerne die Geschwindigkeit in der Werkstoff-Entwicklung erhöhen möchte und zugleich das eines peniblen Qualitätsprüfers, der dafür Sorge zu tragen hat, dass Produktionsprozesse stabil und reproduzierbar bleiben. Diese Form der Persönlichkeitsspaltung ist erwünscht und wird gefördert.

Bild Metallurgie - Labor und Qualitätsstelle

Qualitätssicherung beinhaltet Produktionsprozess-Kontrolle und Produkt-Einzelprüfung. Bei einigen Walzentypen wird der Produktionsprozess von bis zu 400 Faktoren beeinflusst. Ein Teil bestimmt die präzise chemische Zusammensetzung der Werkstoffe, weitere den Schmelz- und Gießprozess in engen Temperatur- und Zeitfenstern, andere spezifische Wärmebehandlungs- und Vergütungsprozesse und die übrigen die mechanischen und geometrischen Eigenschaften der bearbeiteten Walzen.

Zur Qualitätssicherung des Produktionsprozesses gehören permanente Werkstoffkontrollen durch Prüfung der chemischen Zusammensetzungen mittels Spektrometrie, LECO und  Gasanalysen von Sauerstoff- und Stickstoffgehalten sowie Prüfung der Materialzugfestigkeit und mikroskopische Prüfungen auf korrekte Ausbildung des Mikrogefüges von Werkstoffen.

Bei jeder einzelnen Walze werden zerstörungsfreie Prüfungen durchgeführt wie Ultraschallprüfung auf Verbundqualität und Einschlussfreiheit, Oberflächenhärteprüfung sowie Magnetpulver- und Farbeindringprüfung auf Rissfreiheit. Für bestimmte Walzentypen werden Eigenspannungsmessungen nach verschiedenen Methoden vorgenommen.

Standard-Prüfungsergebnisse und kundenspezifisch gewünschten Sonderprüfungen werden in entsprechend ausgefertigten Werkszeugnissen für unsere Walzen dokumentiert. Darüber hinaus werden auf Kundenwunsch auch spezielle Produktabnahme-Verfahren durchgeführt.

Die Qualitätssicherung stoppt jedoch nicht an den Irle Werkstoren, sondern setzt sich im Rahmen der technischen Kundenbetreuung durch die Untersuchung von Walzenschäden und Walzprozessfehlern fort. Die Analyse der Schadens-/Fehlerursachen mündet in Verbesserungsmaßnahmen in der Walzenherstellung oder in Optimierungsempfehlungen für den jeweiligen Anwendungsfall beim Kunden.

Kundenorientiertheit spielt auch im Rahmen der Grundlagenforschung und Werkstoffentwicklung in unserem metallurgischen Labor eine wesentliche Rolle. Neben der hohen fachlichen Qualifikation unserer Mitarbeiter versetzt uns das umfassende Verständnis von Walzprozessen unserer Kunden in die Lage, kundenspezifische und eigenmotivierte Neuentwicklungen zu realisieren. Diese münden in neue, zukunftsfähige Werkstoffe und Werkstoffkombinationen, Optimierung der WALZEN IRLE Produktionsprozesse und systematische Analyse der Wechselwirkung von Produktionseinflussfaktoren und Qualität.

All dies erfordert  ein Höchstmaß an Organisation und Kontrolle und ist im über nahezu 200 Jahre gewachsenen WALZEN IRLE Qualitäts-Management-System QMS zusammengefasst. Die speziellen Prüfungsumfänge und Toleranzbereiche sind wesentlich strenger gestaltet, als DIN-Normen und TÜV-Zertifizierung es vorsehen.

Das QMS muss mit dem Innovationsgrad von WALZEN IRLE mithalten, deshalb wird es regelmäßig angepasst und gepflegt. Wir werden unser QMS in 2005 über das ergebnisorientierte DIN EN 9001 hinaus nach der prozessorientierten Norm ISO 9001:2000 zertifizieren lassen. Dies bedeutet definierte Prozessschnittstellen in der Produktion, mehr Transparenz und schnellere Umsetzung von Änderungen und Ergänzungen in der Qualitätssicherung. Denn WALZEN IRLE Qualität – made in Germany – hat Zukunft.

Dr. Ing. Kaiser / J. Knappe

 


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