Auf Schienen in die Zukunft

IRLE-Gruppe weiter auf der über 184-jährigen Erfolgsspur – jetzt sogar mit eigener Bahn

WALZEN IRLE hat in diesem Jahr einen zufriedenstellenden Auftragseingang und -bestand erreicht. Die Aufträge kommen vor allem aus dem Maschinenbau und aus der Stahl-Industrie. Wir konnten uns in international hart umkämpften Märkten erfolgreich durchsetzen.

Deutlich wird dies daran, dass vier von fünf englischen Walzengießereien aufgegeben haben und die Åkers-Gruppe, nach eigenen Angaben mit 11 Produktionsstandorten und einer Jahresproduktion von 75.000 Tonnen Gusswalzen und 15.000 Tonnen Schmiedestahlwalzen einer der größten Walzenhersteller weltweit, wichtige Standorte in Frankreich und Belgien schließt.

Unser Erfolg ist insbesondere beachtenswert, wenn, im Vergleich zum internationalen Wettbewerb, die hohen Produktionskosten und Abgaben am Standort Deutschland berücksichtigt werden.

Es bedeutet jedoch nicht, dass uns Märkte und Aufträge ohne jede weitere Anstrengung zufallen werden. Vielmehr zeigt diese Entwicklung, dass wir in vielen Bereichen die Weichen richtig gestellt haben: Wir arbeiten mit einer motivierten, leistungsfähigen und kooperativen Belegschaft. Wir verfügen über marktfähige, in bestimmten Geschäftsbereichen weltweit führende Produkte und Technologien. Und wir agieren international erfolgreich mit der Flexibilität, mit dem Engagement aber auch mit der Besonnenheit eines mittelständischen Familien-Unternehmens.

Neben dem Wettbewerb wird weiterhin die Kostenseite von zentraler Bedeutung für unser Geschäft sein. Insbesondere spielen Rohstoff- und Energiepreise, die derzeit von Marktkonzentrationen, spekulativen Aktivitäten und dem starken Wachstum in China geprägt sind, sowie die hohen Standortkosten in Deutschland die entscheidenden Rollen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir alle gemeinsam mit engagiertem Einsatz und Motivation weitere wichtige und richtige Weichen für die Zukunft stellen werden.

Im buchstäblichen Sinne Weichen gestellt haben wir mit der eigenen Bahn. Dies hat ursächlich damit zu tun, dass die Siegener Kreisbahn den Betrieb der sogenannten Johannland-Bahnstrecke endgültig aufgibt. Dadurch musste für WALZEN IRLE die Möglichkeit, das tägliche Transportaufkommen zwischen den Werken 1 und 2 über das Anmieten einer Lok der Siegener Kreisbahn abzuwickeln, neu geregelt werden.

Die Kleinbahnstrecke Weidenau-Deuz hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 1906 in Betrieb genommen, wurde anfangs mit dampflokbetriebenen Zügen hauptsächlich Personenverkehr durchgeführt.

Es gab bereits weiterführende Vorstellungen gemäß einem Artikel der Siegener Zeitung vom Dezember 1936: "Und wenn noch weiter der kühne Blick in die Zukunft gerichtet wird, so ergeben sich für die Kleinbahn Weidenau-Deuz noch große und wichtige Aufgaben: der Ausbau zu einer doppelgleisigen Vollbahn mit den wirtschaftlich wertvollen Erweiterungsmöglichkeiten nach dem Wittgensteiner Land über Feudingen und auch in den Dillkreis über Straßebersbach."

Doch Ende der 60er Jahre hatte die mit Schienenbussen florierende Kleinbahn Konkurrenz aus dem eigenen Hause bekommen: Omnibusse der Bahn. Zur reinen Güterstrecke herabgestuft und unter dem Einfluss neuer Logistik-Konzepte über die Straße, verlor die Strecke zunehmend an Bedeutung.

Nach langjährigem Ringen und intensiven Bemühungen abhängiger Unternehmen sowie einer Bürgerinitiative und eines Eisenbahnvereins zu durchaus vorstellbarer, intensiverer Vermarktung der Strecke kam nun das Aus.

WALZEN IRLE konnte mit der Siegener Kreisbahn einen Vertrag über die Weiterführung der Werksverbindung als Insellösung schließen.

vS/JK

 


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