Blick in die Abteilungen: der Schmelzbetrieb in der Gießerei

Leistungen und Abläufe bei Herstellung und Legierung der Schmelze

Schmelzofen

In den letzten zehn Jahren wurde im Schmelzbetrieb der Firma WALZEN IRLE sehr viel investiert und modernisiert: So wurde im Zuge der Neuanschaffung von Induktionsöfen gleichzeitig eine neue Entstaubungsanlage in Betrieb genommen. Insgesamt verfügt der Schmelzbetrieb jetzt über acht Induktionsöfen mit Fassungsvermögen von 3 bis 30 Tonnen. Die vier großen Öfen wurden in einer neu errichteten Ofenbühne in Reihe installiert. Sie werden über einen zentralen, vollelektronischen Leitstand bedient und permanent überwacht. Modernste Computersteuerung und Analysentechnik begleiten den gesamten Schmelzbetrieb. Die Öfen bilden eine Grundlage für die eindeutig nachweisbare Qualität der Walzen, die Stabilität der Werkstoff-Legierungen und des gesamten Schmelzprozesses.

In der geringen Fluktuation drückt sich das Bewusstsein und die Zufriedenheit der Mitarbeiter über die zentrale Bedeutung ihrer Tätigkeit für die Produktion aus. Gegenwärtig gliedert sich die Belegschaft des Schmelzbetriebes wie folgt: 17 Mitarbeiter, zwei Schmelzmeister, ein Chargenvorbereiter und ein Gießtechniker. Die analytische Betreuung erfolgt über ein eingegliedertes Labor.

Unsere Tätigkeit ist nicht vergleichbar mit einem Fließbandprozess, sondern birgt täglich neue, reizvolle Herausforderungen an das vielschichtige Know-how und die persönliche Erfahrung im Umgang mit der Physik, Chemie und Metallurgie des Eisenschmelzens.

Moderne Schmelzaggregate müssen aus Gründen der Energieeinsparung und der Belastung der feuerfesten Zustellung kontinuierlich genutzt werden. Aus diesem Grund wird in drei Schichten gearbeitet. Im Folgenden wird der typische Arbeitsablauf etwas näher beschrieben. In Tagesplänen werden alle abzugießenden Gussteile, deren Einzelgießgewicht zwischen 1 kg und 100 Tonnen schwanken kann, festgelegt. Die Chargenvorbereitung legt fest, welche Öfen benötigt werden, um die geforderten Schmelzmengen herzustellen.

Mit modernen Computern werden nun die einzustellende Legierung und Gattierung berechnet. Die Referenz-Legierung wird als Sollvorgabe an die Öfen übermittelt. Die Gattierungsvorgabe (das "Rezept") beinhaltet die erforderlichen Rohstoffe wie Schrott, Kreislaufmaterial, Legierungen u.s.w., die benötigt werden, um eine bestimmte Legierung darzustellen.

Die Schmelzer haben nun die Aufgabe, unter Beachtung metallurgischer Zusammenhänge und Sicherheitsrichtlinien, die gesamten Zutaten einzuschmelzen. Nach dem „Verflüssigen" wird von der Schmelze ein etwa zwei D-Mark großes Probenstück in eine Kupferform (Kokille) gegossen und mit einem Spektrometer analysiert. Die ausgewiesene Analyse wird dann mit der Referenzanalyse verglichen.

Sollte das Ergebnis nicht der Vorgabe entsprechen, erfolgt die Zugabe von Legierungselementen oder ein Verdünnen der Schmelze, wenn z.B. ein Element schon seinen oberen Grenzwert übersteigt. Je nach Umfang der notwendigen Korrekturen wiederholt sich der Schritt der Probennahme, bis das Ergebnis mit der Referenz übereinstimmt. Jeder unserer Schmelzer ist in der Lage, die analytischen Kontrollen selbstständig vorzunehmen und auch notwendige Korrekturen zu berechnen. Zur exakten Feststellung des Gießzeitpunktes ist die Mitarbeiter aus dem SchmelzbetriebGießerei mit Geräten zur Gas- und Kohlenstoffbestimmung sowie für die thermische Analyse ausgerüstet. Mit diesen modernen Methoden werden die optimalen Gießtemperaturen ermittelt.

Trotz vieler technischer Hilfsmittel sind Know-how, Erfahrung und Engagement eines jeden Mitarbeiters des Schmelzbetriebes wichtige Garanten für einen langfristigen Erfolg von WALZEN IRLE.

Lo/JK

 


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